Online Sportwetten Anbieter 2026: Wer in Deutschland eine Erlaubnis hat – und was sie kostet

Updated Oktober 2026
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17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Mehrere Smartphones unterschiedlicher Größe liegen nebeneinander auf einem Holztisch, die Bildschirme sind dunkel.
Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte der WINAMAX SA am 29.06.2021 eine Erlaubnis für Online-Sportwetten und verlängerte sie mit Bescheid vom 08.12.2022.

Wer in Deutschland nach einem Online-Sportwetten-Anbieter sucht, landet schnell bei zwei gegensätzlichen Beobachtungen: Die Werbung ist laut, die Anbieterliste offiziell kurz. Wer auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht, darf hierzulande Sportwetten im Internet veranstalten; wer dort fehlt, ist aus Sicht der Aufsicht ein illegales Angebot. Diese Seite zieht daraus die Konsequenzen – nicht für die Werbung, sondern für den, der eine Wette platziert.

Was verantwortungsvolles Spielen bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis konkret bedeutet

Bei jedem lizenzierten Anbieter gilt seit dem 1. Juli 2021 der Glücksspielstaatsvertrag – und damit dieselbe Sicherheitsmechanik, unabhängig davon, wer das Portal betreibt. Der Anbieter entscheidet, welche Quote er anbietet, und der Spielende entscheidet, was er riskiert; was dazwischen liegt, ist gesetzlich geregelt.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Spalten und einem Bleistift liegt auf einem Schreibtisch neben einem Taschenrechner.
Als Anbieter von bwin führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Teilnehmen darf nur, wer volljährig ist, also mindestens 18 Jahre alt. Die Identität wird einmalig und vollständig geprüft, bevor eine Auszahlung möglich ist (§ 6a GlüStV). In der Zwischenphase – bevor diese Prüfung abgeschlossen ist – darf der Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung. Wer diese Frist überschreitet, ohne sich verifiziert zu haben, spielt de facto bei einem Anbieter, der seinen eigenen Pflichten nicht nachkommt.

Über alle Anbieter hinweg gilt ein monatliches Einzahlungslimit, das in der LUGAS-Limitdatei technisch erzwungen wird. Standard sind 1.000 € pro Kalendermonat; ein Anbieter darf auf schriftlich nachgewiesene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eine höhere Grenze setzen – bis 10.000 €, in Ausnahmen bis 30.000 €, letzteres aber höchstens für ein Prozent seiner aktiven Spielenden. Eine Selbstauskunft reicht dafür nicht. Senkungen greifen sofort, Anhebungen erst nach sieben Tagen – eine Schutzregel, die das eigene Verhalten an einem Abend aushebeln soll.

Parallel zu LUGAS arbeitet OASIS, die Spielersperrdatei. Sie wird bei Registrierung und Login abgefragt. Eine Selbstsperre, die mit Frist gesetzt wird, dauert mindestens drei Monate; ohne Frist mindestens ein Jahr. Wer einmal gesperrt ist, kann bei keinem lizenzierten Anbieter mehr ein Konto eröffnen oder Wetten platzieren. Ergänzend gibt es den Panikbutton, der sofort für 24 Stunden blockiert.

Was im Alltag fehlt, ist die Wiederherstellung eines „Sperrt-halt“-Knopfes im wirklichen Sinn. Wer bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis spielt, akzeptiert diese Mechanik als Preis für die Lizenz – und nimmt im Gegenzug einen Vollstreckungsanspruch in Deutschland mit, falls der Anbieter auszahlt. Offshore verlockt mit höheren Limits und ohne diese Spielregeln, aber ohne die deutsche Aufsicht; ein Streit um eine Auszahlung wird dann zur ausländischen Vertragsfrage.

Was die Anbieter in der Praxis vom Spielenden verlangen

Die Mechanik ist bei allen Anbietern auf der Whitelist identisch; sie wird nur unterschiedlich kommuniziert. Manche werben mit „schneller Verifizierung per Video-Ident“ und suggerieren, der Vorgang sei optional. Er ist es nicht – er ist die Voraussetzung jeder Auszahlung. Andere werben mit einem „individuellen Limit“, ohne zu erwähnen, dass die Erhöhung an eine Bonitätsprüfung gekoppelt ist. Werbung darf verschweigen, was im Kleingedruckten steht; die Aufsicht verlangt, dass es im Kleingedruckten steht. Für den Spielenden heißt das: Die Werbeversprechen und die Vertragsbedingungen sind zwei Dokumente – und nur eines davon ist einklagbar.

Wie Bonus, Gratiswette und Cashback tatsächlich funktionieren

Der Glücksspielstaatsvertrag schreibt keine Bonushöhe, keine Umsatzanforderung und keine Mindestquote vor. Was ein Anbieter an Neukundinnen und Neukunden auszahlt, legt er selbst fest – und was er dafür verlangt, ebenso. Genau dort sitzt der Hebel: nicht im beworbenen Betrag, sondern in den Bedingungen, unter denen er ausgezahlt wird.

Ein Bonus ist in aller Regel ein Einzahlungsbonus: Der Anbieter stockt die erste Einzahlung um einen Prozentsatz auf, das zusätzliche Geld wandert auf ein separates Bonusguthaben. Dieses Guthaben lässt sich nicht auszahlen, solange die Umsatzanforderung nicht erfüllt ist – also solange nicht ein Mehrfaches des Bonus (manchmal des Bonus plus Einzahlung) zu einer Mindestquote eingesetzt wurde. Wer darunter liegt, verliert den Bonus und alle Gewinne, die daraus entstanden sind. Die Frist, innerhalb derer die Anforderung zu erfüllen ist, reicht von wenigen Tagen bis zu einem Monat; das ist kürzer, als es sich liest.

Eine Gratiswette – auch Freiwette oder Freebet genannt – ist kein Geldgeschenk. Sie ist ein Einsatz, dessen Gewinn dem Spielenden gutgeschrieben wird, während der Einsatz selbst in der Regel nicht zurückfließt. Wer mit einer 10-€-Gratiswette zu Quote 4,50 spielt und gewinnt, erhält 35 € ausgezahlt, nicht 45 €. Der Wert der Gratiswette liegt damit fast immer unter ihrem Nennwert. Wer mit einer niedrigen Quote spielt, schenkt dem Anbieter einen Teil davon, ohne es zu merken.

Ein Cashback-Bonus funktioniert als prozentuale Rückerstattung auf Nettoverluste über einen Zeitraum, üblich ist eine Woche. Die Erstattung ist häufig selbst wieder an Umsatzbedingungen gebunden, bis sie zu echtem Guthaben wird. Das macht Cashback kalkulierbarer als einen Einzahlungsbonus, aber nicht kostenlos – die Bedingung steckt im Kleingedruckten, nicht im Werbeversprechen.

Ein Boost, eine erhöhte Quote auf ein ausgewähltes Ereignis, ist kein Bonus, sondern eine temporäre Preisanpassung. Gewinne daraus sind echtes Geld, in der Regel ohne Umsatzanforderung. Was den Boost zur Marketingmaßnahme macht, ist seine Knappheit: Der Anbieter wählt das Ereignis, die Quote und die Höchstgrenze, der Spielende hat keinen Einfluss.

Versicherungen auf Kombiwetten – die sogenannte Acca-Versicherung – refundieren den Einsatz, wenn ein Bein einer Kombination verliert. Die Erstattung ist häufig eine neue Gratiswette, kein Bargeld; das macht sie zur Werbung, nicht zur Sicherheit. Wer eine Kombiwette mit Versicherung abschließt, hat zwei Verträge parallel: die Wette und die Versicherung – und beide unterliegen ihren eigenen Bedingungen.

Was sich hinter den Werbeversprechen verbirgt

„Risikofrei“ bedeutet in der Praxis fast immer „Einsatz als Gratiswette zurück“. „100 % Bonus“ heißt nicht, dass 100 % ausgezahlt werden, sondern dass 100 % der Einzahlung als Bonusguthaben auf das Konto wandern – und das ist bis zur Umsatzanforderung kein Geld, das abfließen darf. „Kein Einzahlungsbonus“ klingt nach Geschenk, ist aber an sehr enge Bedingungen geknüpft: kleine Gratiswetten, hohe Mindestquoten, kurze Fristen. Wer eine Bonusaktion bewertet, liest nicht die Höhe, sondern den Umsatzfaktor, die Mindestquote und die Frist – und rechnet sich aus, was ein durchschnittlicher Euro an Einsatz über die geforderten Wetten an Marge kostet. Dieser Betrag ist der wahre Preis des Bonus. Die Rechnung gehört zur Standardausstattung jedes Angebots, und sie fällt selten zugunsten der Werbung aus.

Einzahlung, Auszahlung und welche Zahlungswege bei lizenzierten Anbietern tatsächlich funktionieren

Seit 2021 gilt eine Einschränkung, die viele Spielerinnen und Spieler erst bemerken, wenn die Auszahlung ansteht: Eine Einzahlung ist nur von einem Zahlungskonto erlaubt, das auf den eigenen Namen bei einem Kreditinstitut im Sinne des Geldwäschegesetzes geführt wird (§ 6b Abs. 4 GlüStV). Anonyme Zahlungsmittel – Kryptowährungen, anonymisierte Prepaidkarten – sind damit bei lizenzierten Anbietern ausgeschlossen. Wer dort einzahlt, hinterlässt einen Namen, der mit dem Kontoinhaber übereinstimmt; wer das nicht will, weicht auf einen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis aus – mit allen Folgen, die im vorherigen Abschnitt beschrieben sind.

Was innerhalb dieser Grenzen möglich ist, entscheidet jeder Anbieter selbst. PayPal, Klarna, Kreditkarte, Banküberweisung, Sofort, Trustly, giropay und die Paysafecard mit Identitätsnachweis sind die üblichen Wege; ob ein Anbieter alle anbietet, ist eine Frage seines Risiko- und Kostenmodells. Krypto ist bei keinem lizenzierten Anbieter im Programm, und das ist kein Zufall, sondern die direkte Folge der Regelung.

Die Auszahlungsdauer hängt vom Weg ab, nicht vom Anbieter allein. E-Wallets wie PayPal schreiben oft innerhalb eines Werktages gut, wenn das Konto bereits verifiziert ist. Banküberweisungen benötigen ein bis drei Werktage, am Wochenende länger. Die Paysafecard-Auszahlung erfolgt auf das hinterlegte Bankkonto, nicht zurück auf das Prepaidguthaben. Karten-Auszahlungen brauchen je nach Issuer zwischen zwei und fünf Werktage. Wichtig ist die Reihenfolge: Die Auszahlung geht immer auf das ursprüngliche Einzahlungskonto, nicht auf ein neues – das ist Teil der Anti-Geldwäsche-Logik und nicht verhandelbar.

Bei Kontoschließung verlangt der Staatsvertrag eine Auszahlung des Restguthabens innerhalb von fünf Werktagen, gebührenfrei. Die Praxis sieht oft schneller aus, manchmal langsamer; in jedem Fall ist die Frist einklagbar, falls der Anbieter sie überzieht. Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto – nicht auf dem Geschäftskonto des Anbieters. Das bedeutet: Geht der Anbieter insolvent, ist das Spielergeld nicht Teil der Insolvenzmasse.

Welche Zahlungswege sich für wen lohnen

Wer mit PayPal einzahlt, will in der Regel auch auf PayPal auszahlen – das geht, aber nur auf das Konto, von dem eingezahlt wurde. Wer Klarna oder Sofort nutzt, zahlt schnell ein, muss aber für die Auszahlung den Weg zur Banküberweisung gehen. Wer die Paysafecard nutzt, kann mit ihr einzahlen, aber nicht auf sie auszahlen lassen. Wer Wert auf Anonymität gegenüber dem Zahlungsdienstleister legt, hat bei lizenzierten Anbietern keine Option – die Anonymität gegenüber dem Anbieter reicht, nicht gegenüber der Bank. Wer diskret gegenüber der Hausbank sein will, dem bleibt die Auszahlung auf eine separate Karte, die nicht als primäres Konto beim Anbieter hinterlegt ist. All das setzt voraus, dass der Anbieter die jeweiligen Wege unterstützt – was nicht selbstverständlich ist.

Live-Wetten und Cash-out: was der Staatsvertrag erlaubt – und was nicht

Live-Wetten sind Wetten auf ein Ereignis während es läuft. Der Glücksspielstaatsvertrag grenzt das in § 21 Abs. 4 ein: Erlaubt sind Wetten auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse während des Spiels – das nächste Tor, der nächste Satz, eine vergleichbare Komponente. Was selten ist, bestimmt die Aufsicht: Nächstes Tor im Fußball ja, nächster Punkt im Tennis nein, nächster Korb im Basketball nein. Wer bei einem lizenzierten Anbieter Live-Wetten platziert, bekommt also nicht das volle Programm, das internationale Anbieter zeigen.

Die Idee dahinter ist Spielerschutz: Wetten auf Mikroreignisse haben das Potenzial, in Sekunden mehrfach zu setzen, und sie sind anfällig für Manipulation. Die Einschränkung gilt für jede lizenzierte Plattform gleich. Wer Tennis-Balls live verfolgen und auf den nächsten Ball wetten will, kann das bei einem lizenzierten Anbieter nicht.

Cash-out ist ein Feature, bei dem der Anbieter eine offene Wette vorzeitig zurückkauft – nicht zu der Quote, die ursprünglich galt, sondern zu einer, die er selbst festlegt. Der Mechanismus ist weder im Staatsvertrag noch in der Aufsichtspraxis geregelt; er ist eine Anbieterentscheidung. Das macht Cash-out zu einer Frage des Kleingedruckten: Wie groß ist der Abschlag auf den fairen Wert? Wie schnell wird ausgezahlt? Ist die Funktion für jede Wette verfügbar, oder nur für ausgewählte? Es gibt keine Antwort, die für alle Anbieter gleich ist; es gibt nur die Antwort, die im konkreten Angebot steht.

Was die Aufsicht sehr wohl regelt: Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung im selben Kanal ist verboten. Affiliate-Vergütung darf nicht nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz bemessen werden. Aktive Sportlerinnen und Sportler sowie Funktionsträger dürfen nicht in der Werbung auftreten.

Wo Live-Wetten wirklich spielbar sind

Das beste Live-Programm zeigt nicht, wer die meisten Märkte anbietet, sondern wer die angebotenen Märkte tatsächlich abwickelt. Ein Anbieter mit vielen ausstehenden Wetten, die am Ende storniert werden, ist schlechter als einer mit weniger Märkten, die durchgehen. Wer auf Live setzt, achtet auf drei Dinge: Welche Märkte sind im deutschen Live-Programm überhaupt zulässig? Wie schnell wird das Spielstands-Update im Wettschein verarbeitet – eine Sekunde Verzögerung kann eine abgelehnte Wette bedeuten? Und: Wann ist Cash-out tatsächlich verfügbar – nur bei Führung, oder auch im Rückstand? Diese Fragen beantwortet das Kleingedruckte, nicht die Startseite.

Vorhersagen, Strategie und warum keine Seite Gewinne garantieren kann

Ein Wett-Tipp ist eine Einschätzung, keine Vorhersage. Wer aus Form, Aufstellung und Quotenvergleich eine Wette ableitet, arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten, nicht mit Sicherheiten. Eine Quote von 2,10 spiegelt eine implizite Wahrscheinlichkeit von etwa 47,6 % – das ist die Sicht des Marktes, nicht die Wahrheit. Wer glaubt, der Markt liege falsch, wettet gegen die Quote; ob er recht hat, zeigt erst das Spiel.

Tipps-Seiten, die feste Empfehlungen ausgeben, sind Marketing. Sie leben davon, dass die Trefferquote nicht überprüfbar ist, wenn die Auswahl groß genug ist. Wer jede Woche fünf Tipps veröffentlicht und drei davon treffen, hat 60 % – klingt solide, bis man die Quoten mitrechnet. Die Marge des Anbieters frisst jeden Vorteil, der nicht groß genug ist, um sie zu übersteigen. Dauerhaft gegen den Buchmacher zu gewinnen, setzt voraus, dass die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit dauerhaft präziser ist als der Markt; das schaffen Profis, und auch sie nicht ohne Schwankungen.

Was bleibt, ist Werkzeugarbeit: Quoten vergleichen, Arbitrage-Überlegungen anstellen, wo sie legal sind, Value suchen, wo das eigene Modell einen Vorteil sieht. Value Wetten – Wetten, deren Quote über der eigenen geschätzten Wahrscheinlichkeit liegt – sind die einzige rationale Grundlage, langfristig Geld im Sportwettenmarkt zu lassen. Daraus folgt kein Anspruch auf Gewinn, sondern ein Anspruch darauf, jede einzelne Wette für sich zu bewerten.

Was Strategie leisten kann – und was nicht

Eine gute Strategie ändert die Marge nicht. Sie sortiert, auf welche Wetten der Buchmacher eine bessere Quote anbietet als die faire; das ist alles. Wer parallel Kombiwetten mit Versicherung spielt, hat zwei Wetten mit unterschiedlichen Margen übereinander – die Versicherung ändert die Marge der eigentlichen Wette nicht, sie refundiert nur den Einsatz bei einem speziellen Verlustfall. Wer auf Lieblingsmannschaften setzt, weil er sie kennt, zahlt dafür oft eine schlechtere Quote, weil die Emotion die Auswahl verzerrt. Wer auf Favoriten zu kleinen Quoten setzt, gewinnt oft und wenig – und verliert selten und viel, weil die Marge kleinere Quoten überproportional schlechter macht. Strategie ist nicht die Abkürzung zum Gewinn; sie ist die Disziplin, nur dort zu wetten, wo der eigene Vorteil den Buchmacher schlägt.

Wettarten, Mindesteinsatz und das Kleingedruckte hinter jeder Quote

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette sind die Grundformen. Die Einzelwette setzt auf ein Ereignis, die Kombiwette multipliziert die Quoten mehrerer Ereignisse zu einer – und mit jeder Multiplikation wächst die Marge. Eine 3er-Kombi zu Quoten von 1,80, 1,80 und 1,80 hat eine kombinierte Quote von 5,83; was als Auszahlungsquote „fair“ wäre, hängt an den impliziten Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Beine. Bei drei Beinen mit ähnlicher Marge liegt die kombinierte Auszahlungsquote deutlich unter dem Kehrwert der kombinierten Quote – der Anbieter nimmt an jeder Faltstelle seinen Anteil.

Systemwetten erlauben es, Kombinationen zu spielen, bei denen nicht alle Beine treffen müssen – ein 2 aus 3, ein 3 aus 4, ein 4 aus 5. Sie sind teurer als die Einzelwette, weil sie mehrere Kombinationen parallel abwickeln; was sie an Sicherheit bieten, kosten sie an Marge. Für Spielende, die auf ein einzelnes Ergebnis wetten wollen, ist die Einzelwette die effizienteste Form.

Eckballwetten, Handicap-Wetten, Over/Under – sie alle sind Ausprägungen desselben Mechanismus. Die Marge variiert von Anbieter zu Anbieter, von Markt zu Markt, von Spiel zu Spiel. Wer das Quotenniveau vergleicht, vergleicht einen Quotenschlüssel, der die Auszahlungsquote beschreibt – der Anteil, den der Anbieter von jedem eingesetzten Euro im Mittel wieder auszahlt. 95 % Auszahlungsquote entspricht 5 % Marge; 90 % entspricht 10 % Marge. Die Differenz klingt klein, aber sie entscheidet darüber, ob ein durchschnittlicher Spieler im Mittel verliert – und das tun alle.

Der Mindesteinsatz ist eine Anbieterentscheidung, kein gesetzlicher Standard. Manche setzen ihn auf 0,10 €, andere auf 1 €, wieder andere auf 5 €; das hat Auswirkungen darauf, wie fein ein Spielende seine Wetten staffeln kann. Wer mit kleinen Einsätzen spielt, braucht einen Anbieter, der das zulässt – sonst werden die Wetten zu Klötzen, die das eigene Bankroll-Management unterlaufen.

Die Sportwettensteuer, 5,3 % nach §§ 16 ff. RennwLottG, ist eine Sache des Anbieters, nicht des Spielenden. Der Anbieter schuldet sie dem Finanzamt; ob er sie vom Einsatz, vom Gewinn oder von der Quote abzieht, ist seine Wahl. Manche integrieren sie in die Quote, andere berechnen sie auf den Bruttogewinn. Für den Spielenden ist entscheidend, dass die ausgewiesene Quote das ist, was am Ende ausgezahlt wird – und dass die Steuerlogik in den Bedingungen klar steht. Wer Anbieter A mit Anbieter B vergleicht, vergleicht Nettogewinne; eine nominell höhere Quote kann nach Steuer schlechter dastehen als eine nominell niedrigere.

Die Marge als der Preis, der in jeder Quote steckt

An einer beispielhaften Zwei-Wege-Wette mit Quote 1,90 / 1,90 lässt sich das Prinzip zeigen. Die faire Auszahlungsquote – der Anteil, den der Anbieter von jedem Euro Einsatz im Mittel wieder ausschütten müsste – läge bei 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90), also bei 1 ÷ (2 · 0,5263) = 0,95, also 95,0 %. Die Marge des Anbieters – 100 % minus Auszahlungsquote – ist 5,0 %. Bei 5,0 % Marge behält der Anbieter von jedem eingesetzten Euro im Durchschnitt 5 Cent, schüttet 95 Cent aus und nimmt damit auf lange Sicht jeden Cent, den ein durchschnittlicher Spieler verliert. Das ist die Größe, an der jede „bessere Quote“ gemessen werden muss. Eine 1,95 / 1,95 hätte eine Auszahlungsquote von 97,5 % und eine Marge von 2,5 % – spürbar besser, aber immer noch ein Verlustgeschäft für den Spielenden im statistischen Mittel. Eine 1,85 / 1,85 hätte eine Auszahlungsquote von 92,5 %, eine Marge von 7,5 %. Die Marge ist die eine Zahl, an der jeder Wettmarkt gemessen wird; sie steht nirgends auf der Startseite, aber in jeder einzelnen Quote.

Welche Sportarten und Turniere das Programm prägen – und wo es dünner wird

Fußball dominiert das Programm jedes Anbieters, der in Deutschland lizenziert ist. Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga, Champions League, Europa League, Premier League, La Liga, Serie A – das sind die Standardmärkte; sie sind bei jedem lizenzierten Anbieter abgedeckt. Was unterscheidet, ist die Tiefe: Wieviele Märkte pro Spiel werden angeboten? Nur die Standard-1X2-Siegwetten, oder auch Tore über/unter, Handicap, Ecken, Karten, Spieler-spezifische Wetten? Hier trennt sich das Feld in Anbieter mit tiefem Fußball-Programm und solche, die nur die Oberfläche bedienen.

Basketball ist die zweitstärkste Sportart: NBA, EuroLeague, BBL. American Football mit NFL und College-Spielen gehört bei den meisten Anbietern zum Standard, ebenso Tennis mit Grand Slams, ATP und WTA. Motorsport mit Formel 1 ist Standard, MotoGP und NASCAR häufig. Eishockey mit NHL und DEL ist verbreitet, Handball und Volleyball eher bei Spezialanbietern.

Ecken-Wetten, also Wetten auf die Anzahl der Eckbälle in einem Fußballspiel, sind ein Spezialmarkt, den nicht jeder Anbieter in voller Tiefe anbietet. Wer auf Ecken setzt, vergleicht die Programme der lizenzierten Anbieter direkt – und stellt fest, dass manche fünf Ecken-Märkte pro Spiel anbieten, andere fünfzehn. Die Marge variiert, die Verfügbarkeit variiert, und die Tiefe ist ein direktes Maß für die Spezialisierung des Anbieters.

E-Sports ist im deutschen Markt nicht erlaubt – die GGL erkennt E-Sports nicht als Sport im Sinne des Staatsvertrags, Wetten darauf sind nicht zulässig. Virtuelle Sportwetten (computeranimierte Sportereignisse) sind ebenfalls nicht etabliert; zu ihrer rechtlichen Lage schweigt die Aufsicht. Snooker, Darts, Rugby, Cricket, MMA, Boxen – sie alle sind verfügbar, aber nicht in der Breite wie Fußball; manche Anbieter listen sie als Hauptmärkte, andere nur am Rand.

Was die Programmtiefe über den Anbieter verrät

Ein Anbieter mit breitem Fußball-Programm und schmalem Tennis-Programm ist nicht schlechter – er ist spezialisiert. Wer auf Tiefe in einer Sportart setzt, sollte dort den Anbieter mit dem breitesten Programm wählen, nicht den mit dem lautesten Marketing. Wer das Programm vergleicht, sieht, ob der Anbieter in der eigenen Sportart zu Hause ist oder ob er sie nur mitführt. Ein Anbieter, der in der Bundesliga Spieler-Statistiken, Head-to-Head-Daten und Live-Ticker bietet, hat mehr Investition in die Sportart gesteckt als einer, der nur die 1X2-Siegwette anbietet.

Neue Anbieter: woran erkennbar ist, dass sie mehr sind als Marketing

Ein neuer Anbieter im deutschen Markt ist erst dann relevant, wenn er auf der Whitelist steht. Das Erlaubnisdatum in der Whitelist zeigt, wie lange er hierzulande schon im Geschäft ist; ein Anbieter mit Erstdatum im Jahr 2026 ist ein Neuzugang, einer mit Erstdatum 2020 ein Etablierter. Das Quotenniveau, die Auszahlungspraxis, die Tiefe des Wettprogramms und die Reaktionszeit des Kundensupports sind die Indikatoren, an denen sich Ausgereiftheit messen lässt – nicht das Werbeversprechen.

Neu ist nicht gleich schlecht. Ein Anbieter, der mit aggressiven Quoten startet, kann den etablierten Markt unter Druck setzen; das ist ein Vorteil für den Spielenden, solange die Lizenz steht. Neu ist auch nicht gleich gut: Wer ein neues Angebot ohne Whitelist-Eintrag bewirbt, ist ein Offshore-Anbieter – und die Frage, ob er die erste Auszahlung tatsächlich leistet, ist die einzige, die zählt. Manche tun es, manche nicht, und die Wahrscheinlichkeit, im Streitfall zu seinem Recht zu kommen, ist im Offshore-Geschäft deutlich geringer.

Woran ein neuer Anbieter zu erkennen ist, der die deutsche Aufsicht ernst nimmt: Er ist in der Whitelist mit Domain und Inhaber geführt, das Erlaubnisdatum ist aufgeführt, eine Folgeerlaubnis nach fünf Jahren ist vorhanden oder angemerkt. Er verlangt die vollständige Verifizierung vor der Auszahlung. Er bindet OASIS und LUGAS an, ohne den Spielenden dafür zu werblichen Bedingungen zu ködern. Er kommuniziert das monatliche Einzahlungslimit offen, nicht versteckt im Kleingedruckten. Er publiziert die AGB mit einer Datumsangabe und einer Versionsnummer. Das sind die Signale, die einen neuen Anbieter von einem neuen Werbeauftritt unterscheiden.

Die Risiken eines Anbieters ohne deutsche Erlaubnis

Anbieter mit Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta, die in Deutschland werben, sind aus deutscher Sicht illegale Anbieter. Die Aufsicht kann sie abschalten, Zahlungen blockieren und Netzsperren verhängen. Strafrechtlich kann das Veranstalten mit bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe belegt werden, das Bewerben mit bis zu einem Jahr; die Teilnahme ist mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bewehrt, wobei Verfolgungen einzelner Spielender bislang nicht etabliert sind. Zivilrechtlich haben deutsche Gerichte in mehreren Fällen die Rückzahlung verlorener Einsätze anerkannt – eine Linie, die der Bundesgerichtshof am 25. Juli 2024 dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt hat. Die Schlussanträge des Generalanwalts Nicholas Emiliou vom 19. März 2026 deuten darauf hin, dass eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich möglich ist; eine Ausnahme gilt, wenn die Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist keine Garantie für jeden Einzelfall, aber es ist der Stand, an dem sich die Diskussion befindet.

Die Top 10 der lizenzierten Anbieter im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt zehn Anbieter, die zum Stand 2. Oktober 2026 auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder mit einer Erlaubnis für Online-Sportwetten geführt werden. Die Spalten tragen die Information, die für eine erste Einordnung entscheidend ist: Wer steht auf der Whitelist, welche Gesellschaft ist als Inhaberin eingetragen, und seit wann besteht die Erlaubnis für Sportwetten?

Anbieter Whitelist-Status Inhaberin der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
bwin Whitelist-Eintrag bwin (Deutschland) Limited, Gzira (Malta) 09.10.2020
bet-at-home Whitelist-Eintrag Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
NEO.bet Whitelist-Eintrag Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Winamax Whitelist-Eintrag WINAMAX SA 29.06.2021
Interwetten Whitelist-Eintrag Interwetten Gaming Limited, Sliema (Malta) 02.11.2020
MERKUR BETS Whitelist-Eintrag Merkur Bets Malta Limited, St. Julian’s (Malta) 06.11.2023
Sportingbet Whitelist-Eintrag Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
LeoVegas Whitelist-Eintrag LVSports Limited 21.10.2024
Betway Whitelist-Eintrag Betway Limited 09.03.2021
AdmiralBet Whitelist-Eintrag Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020

Was die Tabelle nicht zeigt: die Reihenfolge ist keine Empfehlung. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder sortiert die Whitelist alphabetisch nach Domain, nicht nach Qualität; was hier entsteht, ist eine Sammlung von Inhabern und Erstdaten, nicht eine Rangliste. Die Frage, welcher Anbieter der „beste“ ist, hängt an Kriterien, die die Whitelist nicht misst – Quote, Auszahlungstempo, Programmbreite, Bonusbedingungen, Live-Tiefe. Diese Kriterien werden in den folgenden Abschnitten einzeln betrachtet.

bwin – der Platzhirsch mit drei Jahrzehnten Fußball-Geschichte

bwin gehört zu den Anbietern, die in Deutschland am längsten im Geschäft sind – mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis seit dem 23. Dezember 2022. Die Inhaberin bwin (Deutschland) Limited sitzt in Gzira, Malta; die deutsche Aufsicht führt die Marke Bwin. Die Geschichte des Unternehmens reicht zurück in die 1990er Jahre; in Sachsen war die Erlaubnis bereits 1990 erteilt, 2006 widerrufen und 2007 vor dem OVG Bautzen als noch immer gültig bestätigt worden – ein Kapitel deutscher Wettgeschichte, das die heutige Lizenz überdauert hat. bwin bietet ein breites Fußball-Programm, ein durchschnittliches Live-Angebot im Rahmen des Zulässigen und ein quotenseitig im Mittelfeld liegendes Profil. Für Spielende, die ein etabliertes Angebot mit verlässlicher Lizenz suchen, ist bwin eine der sicheren Adressen.

bet-at-home – österreichische Wurzeln, deutsche Erlaubnis

Die Bet-at-home.com Internet Limited betreibt Bet-at-home mit einer Erlaubnis seit dem 2. November 2020, gefolgt von einer Folgeerlaubnis am 22. Dezember 2022. Das Unternehmen stammt aus Österreich, ist in Deutschland aber vollständig lizenziert. Die Position im Markt ist solide, das Fußball-Programm breit, die Quoten im Mittelfeld. Wer einen Anbieter mit langer Marktpräsenz und deutscher Erlaubnis sucht, findet hier eine unauffällige, aber verlässliche Adresse. Eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele besteht seit dem 28. Dezember 2022 – das ist die Casino-Erlaubnis, die mit der Sportwetten-Erlaubnis nichts zu tun hat.

NEO.bet – Newcomer mit langer Erlaubnis

NEO.bet trägt seinen Namen, ist aber kein Neuling mehr: Die Greenvest Betting Limited betreibt NEO.bet seit dem 9. Oktober 2020 mit deutscher Erlaubnis, gefolgt von einer Folgeerlaubnis am 22. Dezember 2022. Die Marke positioniert sich zwischen den Etablierten und den Spezialisierten, mit einem Fußball-Programm, das sich sehen lassen kann, und einem Live-Angebot, das im deutschen Rahmen vollständig ist. Für Spielende, die ein mittelbreites Programm mit klaren Bedingungen suchen, ist NEO.bet eine Alternative zu den ganz Großen.

Winamax – der Pokerspezialist mit zweiter Heimat im Sportwetten-Geschäft

Winamax ist in Frankreich als Pokeranbieter groß geworden; die deutsche Sportwetten-Erlaubnis erhielt die WINAMAX SA am 29. Juni 2021, mit einer Folgeerlaubnis am 8. Dezember 2022. Die Aufsicht führt die Marke Winamax, die Gesellschaft sitzt in Paris. Im deutschen Markt ist Winamax im Sportsegment weniger sichtbar als im Pokerbereich, aber die Erlaubnis steht, das Programm ist solide, und die Marke bringt ein Stück französischer Wettkultur mit. Für Spielende, die Poker und Sportwetten beim gleichen Anbieter spielen wollen, ist Winamax eine der wenigen Adressen, die beides unter einer Lizenz verbindet.

Interwetten – die österreichische Traditionsmarke mit deutscher Erlaubnis

Die Interwetten Gaming Limited betreibt Interwetten mit einer Erlaubnis seit dem 2. November 2020, gefolgt von einer Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Das Unternehmen sitzt in Sliema, Malta; in Schleswig-Holstein durfte Interwetten bereits seit Dezember 2012 Sportwetten anbieten, ein Jahr später kam die Casino-Erlaubnis hinzu. Mit der GGL-Whitelist ist das Angebot nun bundesweit verfügbar. Interwetten positioniert sich als Anbieter mit gutem Quotenniveau und schneller Auszahlung; die Spielstärke liegt im Fußball- und Tennis-Bereich. Für Spielende, die auf Quote und Auszahlungsgeschwindigkeit achten, ist Interwetten einen Blick wert.

MERKUR BETS – die deutsche Marke hinter dem Spielothekennamen

Die Merkur Bets Malta Limited betreibt MERKUR BETS mit einer Erlaubnis seit dem 6. November 2023; die Marken Merkur-sports und Xtip sind ebenfalls in der Whitelist geführt, jeweils mit Erstdatum 9. Oktober 2020 und Folgeerlaubnis 22. Dezember 2022. Hinter dem Markennamen steht die deutsche Spielkultur der Merkur-Spielotheken; die Malta-Holding ist die Konstruktion, mit der das internationale Sportwetten-Geschäft betrieben wird. Die Marke bringt Vertrauen aus dem stationären Geschäft mit, das Programm ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld. Für Spielende, die einen Anbieter mit deutscher Markenwahrnehmung suchen, ist MERKUR BETS eine naheliegende Adresse.

Sportingbet – die Marke mit deutscher Erlaubnis und unauffälliger Marktpräsenz

Die Sportingbet (Deutschland) Limited betreibt Sportingbet mit einer Erlaubnis zum Veranstalten von Sportwetten vom 21. Dezember 2022; die Casino-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele datiert auf den 15. November 2022. Die Marke gehört zu den etablierten Namen im europäischen Wettgeschäft, ist im deutschen Markt aber weniger sichtbar als andere. Die Erlaubnis steht, das Programm ist breit, die Position ist solide. Für Spielende, die einen unauffälligen Anbieter mit vollständiger Lizenz suchen, ist Sportingbet eine Alternative.

LeoVegas – der Casino-Spezialist mit neuer Sportwetten-Erlaubnis

Die LVSports Limited betreibt LeoVegas mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21. Oktober 2024; für virtuelle Automatenspiele besteht eine Erlaubnis seit dem 27. Februar 2023. LeoVegas ist als Casino-Anbieter international bekannt, das Sportsegment ist in Deutschland vergleichsweise jung. Die Erlaubnis steht seit weniger als zwei Jahren, das Programm ist im Aufbau. Für Spielende, die Casino und Sportwetten beim gleichen Anbieter spielen wollen, ist LeoVegas eine Adresse; wer ein reifes Sportwetten-Programm sucht, findet bei länger etablierten Anbietern mehr Tiefe.

Betway – der britische Anbieter mit frühem Markteintritt

Die Betway Limited betreibt Betway mit einer Erlaubnis seit dem 9. März 2021, einer Folgeerlaubnis seit dem 23. Dezember 2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 2. Oktober 2026. Die Erlaubnis wurde im März 2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt; Geschäftsführer Anthony Werkman bestätigte sie in einer Mitteilung vom 10. März 2021. Die Marke steht für ein breites Sportwetten-Programm mit starker Tennis- und Fußball-Abdeckung, das Quotenniveau liegt im oberen Mittelfeld. Für Spielende, die ein ausgereiftes Programm mit internationalem Hintergrund suchen, ist Betway eine der etablierten Adressen.

AdmiralBet – die österreichische Marke mit deutscher Erlaubnis

Die Greentube Betting Malta Limited betreibt AdmiralBet mit einer Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020, einer Folgeerlaubnis am 13. Dezember 2022 und einer weiteren am 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28. September 2022. Hinter dem Namen steht die österreichische Novomatic-Gruppe, die im deutschsprachigen Raum mit Spielotheken und Automaten stark vertreten ist. Die Marke bringt Vertrauen aus dem stationären Glücksspiel mit; das Sportwetten-Programm ist solide, die Quoten liegen im Mittelfeld. Für Spielende, die einen Anbieter mit klarer Markenwahrnehmung und vollständiger Lizenz suchen, ist AdmiralBet eine ruhige Adresse.

Was die Auswahl für die Auswahl bedeutet

Die Top 10 zeigen, dass die Auswahl auf der Whitelist überschaubar ist und jeder Anbieter eine eigene Geschichte mitbringt. Was die Auswahl nicht zeigt: die Reihenfolge ist keine Wertung. Die Frage, welcher Anbieter der richtige ist, hängt an Kriterien, die hier nur angerissen werden konnten.

Für den Gelegenheits-Spielenden, der ab und zu auf Bundesliga-Spiele wettet, ist jeder der genannten Anbieter geeignet – die Erlaubnis steht, das Programm ist da, die Auszahlung funktioniert. Wer auf Quote schaut, vergleicht die Auszahlungsquote auf seinem Lieblingsmarkt; sie liegt zwischen 92 % und 96 %, je nach Anbieter und Sportart, und der Unterschied von vier Prozentpunkten entscheidet darüber, wie schnell ein Bankroll im Mittel schrumpft. Wer auf Auszahlungsgeschwindigkeit schaut, achtet auf E-Wallet-Unterstützung; wer auf Anonymität gegenüber der Bank schaut, hat bei lizenzierten Anbietern keine Option. Wer auf Spezialmärkte wie Ecken oder Spieler-Statistiken setzt, prüft das Programm vor der Anmeldung.

Die entscheidende Botschaft: Wer in Deutschland spielt, hat mit jedem Anbieter auf der Whitelist dieselben Spielregeln, dieselbe Aufsicht und denselben Vollstreckungsanspruch. Wer außerhalb der Whitelist spielt, hat höhere Limits und mehr Märkte, aber keinen deutschen Schutzschirm. Welche der beiden Welten die richtige ist, hängt nicht an der Werbung, sondern an der eigenen Risikobereitschaft.

Die Rechtslage in Deutschland: GGL, Whitelist und was Offshore wirklich heißt

Die Rechtslage ist eindeutig, die Werbelage nicht. Wer in Deutschland Sportwetten im Internet veranstalten oder vermitteln will, braucht eine Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV). Die Erlaubnis wird nach einer Eignungs-, Sachkunde- und Zuverlässigkeitsprüfung erteilt; eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1). Die Aufsicht führt die Whitelist (§ 9 Abs. 8), die zum Stand 2. Oktober 2026 dreißig Einträge umfasst – siebenundzwanzig Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis (davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten) und drei Inhaber mit reiner Pferdewetten-Erlaubnis. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain; eine .de-Domain allein beweist allerdings noch keine Erlaubnis.

Ein leerer Amtsflur mit hohen Fenstern und glänzendem Steinboden, durch die Fenster fällt das Licht eines Vormittags.
Als Anbieter von bet365 führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Anbieter mit Lizenz aus Curaçao, Anjouan, Malta oder anderen Jurisdiktionen sind aus deutscher Sicht illegal. Eine ausländische Lizenz ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht; die GGL hat in der Vergangenheit mehrfach vor illegalen Angeboten gewarnt. Was im Streitfall hilft, ist die deutsche Erlaubnis, nicht die maltesische oder curaçaoische. Das ist nicht die Sicht eines Wettbewerbers, sondern die einer Aufsichtsbehörde.

Die strafrechtliche Seite ist eindeutig, aber nicht überzogen. Das Veranstalten kann mit bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden (§ 284 StGB), das Bewerben mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme ist mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bewehrt (§ 285 StGB); Verfolgungen einzelner Spielender sind bislang nicht etabliert. Das ist weder eine Entwarnung noch eine Drohung – es ist die Realität, mit der die Aufsicht arbeitet.

Die zivilrechtliche Seite ist in Bewegung. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht (Az. I ZR 90/23); der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Die Schlussanträge des Generalanwalts Nicholas Emiliou vom 19. März 2026 deuten darauf hin, dass eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich möglich ist – mit Ausnahme des Falls, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das ist keine Garantie, aber es ist der Stand, an dem sich die Rechtsprechung bewegt.

Was die Werbung verschweigt und die Aufsicht verlangt

Werbung für Sportwetten darf nicht in der Zeit von 6:00 bis 21:00 Uhr für Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele geschaltet werden (§ 5 Abs. 3 Satz 1). Für Sportwetten gilt dieses Werbeverbot nicht; was für Sportwetten gilt, sind drei andere Regeln: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während der Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlerinnen und Sportlern oder Funktionsträgern, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6). Werbung darf also da sein, aber sie muss sich an Regeln halten. Affiliate-Links, die „die höchste Quote“ versprechen, sind Werbung; was im Kleingedruckten steht, ist der Vertrag.

Häufig gestellte Fragen zu Online-Sportwetten-Anbietern in Deutschland

Welche Anbieter sind in Deutschland erlaubt, und wo ist die Whitelist einsehbar?

Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist auf der Webseite der Behörde öffentlich abrufbar. Sie enthält zum Stand 2. Oktober 2026 siebenundzwanzig Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, sowie drei Inhaber reiner Pferdewetten-Erlaubnisse. Nur wer dort mit Domain und Inhaber geführt ist, darf in Deutschland Sportwetten im Internet veranstalten. Eine .de-Domain allein reicht nicht.

Woran erkennt man den besten Anbieter?

Die Whitelist sortiert alphabetisch, nicht nach Qualität. Wer den für sich besten Anbieter sucht, vergleicht die Auszahlungsquote auf den eigenen Lieblingsmärkten, die Auszahlungsdauer, das verfügbare Wettprogramm und die Bonusbedingungen – nicht die Startseite. Eine Differenz von zwei Prozentpunkten in der Auszahlungsquote entscheidet darüber, wie schnell ein Bankroll im Mittel schrumpft; die Werbung erwähnt das nie.

Welcher Anbieter hat Cash-out, und ist das gesetzlich geregelt?

Cash-out ist ein Anbieter-Feature, keine gesetzliche Regelung. Welcher Anbieter es anbietet, in welchen Märkten und zu welchem Preis (dem Abschlag auf den fairen Wert), steht in den jeweiligen Bedingungen. Die Aufsicht schreibt weder vor, Cash-out anzubieten, noch regelt sie den Mechanismus. Wer Cash-out nutzt, sollte den angebotenen Rückkaufwert mit dem ursprünglichen potenziellen Gewinn vergleichen.

Was ist von Anbietern ohne OASIS oder LUGAS zu halten?

Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen; Spielende haben dort keinen Zugang zur deutschen Sperrdatei und kein deutsches Einzahlungslimit. Solche Anbieter sind aus Sicht der GGL illegal. Die GGL warnt regelmäßig vor Teilnahme an solchen Angeboten. Wer dort spielt, hat im Streitfall keinen deutschen Vollstreckungsanspruch, keine deutsche Aufsicht und keine deutsche Sperre.

Wie wirken Sportwettensteuer und Marge auf Quote und Auszahlung?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % nach §§ 16 ff. RennwLottG und ist vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spielenden. Wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung: in der Quote eingepreist, auf den Bruttogewinn berechnet oder vom Einsatz abgezogen. Die Marge steckt in jeder einzelnen Quote und liegt typischerweise zwischen 3 % und 8 %, je nach Markt und Anbieter. Beide zusammen bestimmen, wie viel von jedem Euro Einsatz im Mittel wieder ausgezahlt wird.

Welche Umsatzbedingungen und Mindestquoten gelten bei einem Bonus?

Umsatzbedingungen, Mindestquoten und Fristen legt jeder Anbieter selbst fest; der Glücksspielstaatsvertrag schreibt sie nicht vor. Üblich sind ein Vielfaches des Bonus als Umsatzanforderung, eine Mindestquote zwischen 1,50 und 2,00, eine Frist von wenigen Tagen bis zu einem Monat. Wer eine Bonusaktion bewertet, liest diese drei Werte – nicht die beworbene Bonushöhe. Die wahre Kostenrechnung liegt in der Kombination, nicht im einen Prozentsatz.

Inhalt erstellt vom Team «paymentwetteninfo.com»