Wettquoten Europameisterschaft – wo die Quote herkommt und was sie kostet

Updated Oktober 2026
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Wer nach „Wettquoten Europameisterschaft 2026“ sucht, sucht meist Zahlen zu einem Turnier, das in diesem Jahr gar nicht stattfindet. Die letzte Europameisterschaft war die EM 2024 in Deutschland, die nächste ist die EM 2028 in England, Schottland, Wales und Irland – das „2026“ im Suchbegriff steht für das Jahr der Veröffentlichung. Auf dieser Seite geht es daher um drei Fragen, die unabhängig vom Austragungsjahr gelten: Wie liest man eine Quote auf den Titel, den Gruppensieg oder den Torschützenkönig? Was bleibt von einer Quote übrig, wenn die Marge des Anbieters abgezogen wird? Und welche Anbieter mit deutscher Erlaubnis listen überhaupt EM-Langzeitmärkte, sobald sie geöffnet werden?

Ein hell erleuchtetes Stadion aus der Ferne bei Nacht, davor eine stille Straße und ein paar Bäume.
Die Fußball-Europameisterschaft 2028 findet mit 24 Nationen in England, Schottland, Wales und Irland statt; das Finale ist am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London.

Stand: 17. Oktober 2026 · Lizenzstatus geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand der Liste 02.10.2026.

Warum in diesem Jahr keine EM-Quoten ausgespielt werden

Die Fußball-Europameisterschaft findet im Vier-Jahres-Rhythmus statt. Nach der EM 2024 in Deutschland (14. Juni bis 14. Juli 2024) folgt die EM 2028, das Eröffnungsspiel ist am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. In den Jahren dazwischen spielt keine europäische Nationalmannschaft ein EM-Endrundenspiel. Anbieter reagieren darauf, indem sie Langzeitmärkte auf den Titel, die Gruppenphase und den Torschützenkönig erst Wochen vor der Auslosung der Qualifikationsgruppen öffnen – und die Auslosung der EM-2028-Qualifikation ist für den 6. Dezember 2026 in Belfast angesetzt.

Ein Fußball liegt auf dem Rasen vor einem Tor im Morgennebel, die Netzmaschen sind taufeucht.
Im EM-Finale 2024 am 14. Juli 2024 im Olympiastadion Berlin besiegte Spanien England mit 2:1 und gewann seinen vierten EM-Titel.

Wer heute eine „EM-2026-Quote“ sieht, schaut entweder auf die Zukunft (Quote auf den nächsten Turniersieger im Voraus) oder auf Nachläufer-Märkte (Sonderwetten, die bis zum Anpfiff des Eröffnungsspiels offen bleiben). Beide Quotenarten sind demselben Mechanismus unterworfen: Der Anbieter bildet aus den Quoten aller möglichen Ausgänge einen Quotenschlüssel, der kleiner als 100 Prozent ist. Die Differenz ist die Marge – das, was der Anbieter von jedem eingesetzten Euro im Durchschnitt behält. Was davon beim Spielenden ankommt, hängt nicht von der Werbung ab, sondern vom konkreten Markt, vom Zeitpunkt der Wette und davon, ob der Anbieter die Wettsteuer an die Kunden weitergibt oder selbst trägt.

Die folgende Seite arbeitet diese Mechanik an drei Stellen auf: in der Markt-Erklärung zur 1X2-Marge mit Hilfe eines Beispielmarkts, im Vergleich der lizenzierten Anbieter (Whitelist-Status, Erlaubnisdatum, Sportartenprofil) und in den Abschnitten zu Livewetten, Boni und Spielerschutz.

Wie eine 1X2-Quote entsteht und was die Marge frisst

Eine 1X2-Quote ist die einfachste Form der Fußballwette: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg. Der Anbieter schätzt für jeden der drei Ausgänge eine Wahrscheinlichkeit und rechnet sie mit der Marge in eine Quote um. addieren sich die Kehrwerte aller drei Quoten zu über 100 Prozent, ist die Marge positiv – und genau das ist der Normalfall.

Als Rechenbeispiel dient ein fiktiver Markt auf eine EM-Gruppenpartie mit den Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60. Die Kehrwerte sind 1/2,10 = 0,4762, 1/3,40 = 0,2941 und 1/3,60 = 0,2778, zusammen 1,0481. Der Quotenschlüssel – also der Anteil der Einsätze, den der Anbieter im Mittel wieder ausschüttet – liegt damit bei 1/1,0481 ≈ 0,954, also 95,4 Prozent. Die Marge beträgt 100 Prozent minus 95,4 Prozent = 4,6 Prozent. Damit würde der Anbieter von jedem Euro, der auf diese drei Ausgänge gesetzt wird, im statistischen Mittel etwa 4,6 Cent einbehalten.

Eine solche Marge von 4,6 Prozent bewegt sich am unteren Rand dessen, was auf europäischen Großmärkten üblich ist. Viele EM-Märkte liegen höher – zwischen 5 und 7 Prozent ist auf Turnierspielen der Normalfall, bei Langzeitwetten auf den Turniersieger klettern Margen leicht auf 8 bis 12 Prozent, weil die Zahl der Ausgänge (24 Mannschaften ab 2028, mitunter mehr in den Vorrunden) das Buch ungenaver macht. Wer auf einer Quote von 6,00 für einen Außenseiter sitzt, bekommt nicht sechs Euro für jeden Euro Einsatz zurück, sondern sechs Euro multipliziert mit der Auszahlungsquote des Marktes – und die Auszahlungsquote liegt bei einem 24er-Feld typischerweise zwischen 88 und 92 Prozent.

Aus der Marge folgt auch, was „beste Quote“ im Marketing einer Plattform heißt. Ein Anbieter, der in der Werbung mit „0 % Wettsteuer und beste Quote“ wirbt, verkauft zwei getrennte Versprechen: die Übernahme der Wettsteuer (echtes Geld, 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage nach §§ 17, 18 RennwLottG) und einen Quotenvergleich auf einer ausgewählten Stichprobe. Quotenabstand ist im Mittel eine Sache von Zehntel-Prozenten über eine Stichprobe, kein Selbstläufer – ein Anbieter, der in 45 Prozent der untersuchten Spiele vorne liegt, liegt in 55 Prozent der Spiele nicht vorne.

Wie Livewetten bei Turnieren in Deutschland funktionieren

Während eines laufenden Spiels schränkt § 21 Abs. 4 GlüStV die erlaubten Märkte deutlich ein. Erlaubt sind Wetten auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse im Spiel – bei Fußball etwa auf das nächste Tor, bei Tennis auf den nächsten Satz. Verboten sind Wetten auf das nächste Tor, wenn es in kurzen Abständen fällt, sowie Wetten auf das nächste Ass im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball, weil diese Ereignisse zu häufig eintreten, um eine sinnvolle Quotenbildung zuzulassen.

In der Praxis bedeutet das: Während einer EM-Partie in der Gruppenphase darf auf Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg und „nächstes Tor“ gewettet werden, mehr nicht. Anbieter, die zusätzlich Eckbälle, Karten oder Ballbesitz live anbieten, halten sich an ihre eigene Compliance-Auslegung und laufen Gefahr, von der GGL beanstandet zu werden. Für Spielende heißt das: Das Livewetten-Angebot während einer EM ist schmaler als das vor dem Anpfiff.

Eine rechtliche Sonderrolle spielen Livewetten auf esports: Die GGL teilt mit, dass esports nicht als Sport im Sinne des GlüStV anerkannt ist und esports-Wetten daher in Deutschland nicht erlaubt sind. Wer auf Counter-Strike- oder League-of-Legends-Turniere wetten will, muss auf einen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis ausweichen und akzeptiert damit den Verlust des deutschen Spielerschutzrahmens – OASIS-Sperre, LUGAS-Einzahlungslimit, Streitbeilegung über deutsche Gerichte greifen dort nicht.

Der Cashout – die Möglichkeit, eine offene Wette vor dem Ende des Ereignisses an den Anbieter zurückzuverkaufen – ist keine regulatorische Pflicht. Weder das GlüStV noch die GGL schreiben Cashout vor oder verbieten ihn. Ob ein Anbieter Cashout anbietet, in welcher Form (vollständig oder teilweise) und zu welchem Kurs, entscheidet das Haus selbst. Beim Cashout-Kurs wird die ursprüngliche Quote gegen einen vom Anbieter berechneten Abrechnungswert getauscht; ein Cashout mit Gewinn ist im statistischen Mittel seltener, als es die Werbung vermuten lässt, weil die Marge auch im Cashout-Kurs steckt.

Prognosen, Tipps und der Wert einer Vorschau-Tabelle

EM-Tipps von Sportredaktionen oder Wettportalen sind Einschätzungen, keine Vorhersagen. Wer eine Vorschau-Tabelle mit „Spanien, Frankreich, Deutschland“ an der Spitze sieht, schaut auf eine Auswertung der aktuellen Weltranglistenposition, der Kaderstärke und der Auslosung – Eingangsdaten, die sich mit jeder Verletzung, jedem Trainerwechsel und jedem Länderspielergebnis verschieben. Eine Quote, die heute Spanien mit 5,50 als Favorit listet, kann morgen auf 4,80 stehen, wenn ein Star ausfällt.

Das Problem für Tippspielende ist, dass eine klare Prognose keine bessere Quote nach sich zieht. Wer öffentlich sagt „Spanien wird Europameister“, bestätigt eine Quotenbewegung, die der Markt längst eingepreist hat. Wer auf einen Außenseiter mit Quote 25,0 setzt, akzeptiert eine implizite Wahrscheinlichkeit von 4 Prozent – und das oft gegen eine Mannschaft, deren reale Siegchance subjektiv höher eingeschätzt wird. Die Differenz zwischen 4 Prozent und dem subjektiven Bauchgefühl ist „Value“, aber ob dieses Value da ist, lässt sich erst nach dem Turnier beurteilen, nicht vorher. Wettportale, die ihre Trefferquote mit „75 Prozent richtige Tendenzen“ bewerben, schweigen über die Quote, mit der die Tendenz verbunden war.

Praktisch bedeutet das: Tipps lesen als Meinung, nicht als Anlagetipp. Wettentscheidungen an Kaderstärke und aktueller Form ausrichten, nicht an Ranking-Tabellen. Und die Quote nach der Auslosung der Qualifikationsgruppen prüfen – die Auslosung verändert die Märkte am stärksten, weil ab dann jeder Gegner feststeht.

Welche Wettarten auf EM-Märkten zur Verfügung stehen

Auf der EM 2028 sind die üblichen Wettmärkte zu erwarten: 1X2 auf das Einzelspiel, Doppelte Chance (1X, X2, 12), Over/Under 2,5 Tore, beide treffen (BTTS), Handicap-Wetten auf asiatische oder europäische Linien, Ergebniswetten zur Halbzeit, Kombiwetten über mehrere Spiele sowie Langzeitmärkte auf den Turniersieger, den Gruppensieger, das Weiterkommen einer Mannschaft und den Torschützenkönig. Welche Märkte ein Anbieter tatsächlich listet, ist eine Frage seines Wettprogramms – gesetzlich ist alles erlaubt, was unter „feste Quote auf ein Sportereignis“ fällt (§ 21 Abs. 1 GlüStV), solange der Markt nicht gegen die Verbotsliste (§ 21 Abs. 1a) verstößt.

Kombiwetten multiplizieren die Einzelquoten und damit auch die Marge: Eine 3er-Kombi mit Einzelmargen von 5 Prozent landet schnell bei einer effektiven Marge von 14 bis 15 Prozent, weil sich die Kehrwerte multiplizieren. Wer Kombinationen spielt, weil sie „mehr Spannung“ bieten, bezahlt diese Spannung mit einer schlechteren Auszahlungsquote – eine der wenigen Mechaniken, in denen der Hausvorteil wirklich sichtbar wird. Systemwetten, bei denen eine bestimmte Anzahl an Fehlern erlaubt ist, bleiben Kombiwetten mit reduzierter Auszahlung; auch hier ist die Marge höher als bei der Einzelwette.

Asiatische Handicap-Wetten auf Spiele mit klarer Favoritenrolle haben oft eine niedrigere Marge als 1X2, weil das Handicap den Buchmachern ermöglicht, näher an 50/50-Quoten zu kommen. Ein Bundesliga-Spiel Bayern gegen Heidenheim wird in 1X2 mit Quote 1,20 auf Bayern notiert, im asiatischen Handicap -1,5 liegt Bayern typischerweise bei 1,85. Beide Wetten zielen auf dasselbe Ereignis ab, aber das Risiko-Rendite-Profil unterscheidet sich erheblich.

Sportwetten und Turnierplan der EM 2028

Die EM 2028 wird mit 24 Mannschaften in England, Schottland, Wales und Irland ausgetragen. Sechs Vierergruppen spielen die Vorrunde, die K.-o.-Phase beginnt mit dem Achtelfinale (24. bis 27. Juni 2028), gefolgt vom Viertelfinale (30. Juni und 1. Juli), den Halbfinalspielen (4. und 5. Juli) und dem Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Ein Spiel um Platz drei wird nicht ausgetragen. Insgesamt sind es 51 Partien – identisch zur EM 2024, bei der ebenfalls 24 Mannschaften in sechs Gruppen spielten.

Die Qualifikation läuft in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams; die zwölf Gruppensieger und die zw besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Die Auslosung der Qualifikationsgruppen ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Damit steht ab diesem Datum fest, gegen wen die deutsche Mannschaft, Österreich, die Schweiz und alle anderen Verbände in der Qualifikation antreten – und damit auch, welche Märkte für die EM-Langzeitwetten der einzelnen Anbieter relevant werden.

Zur Einordnung: Die EM 2024 in Deutschland war die letzte Auflage im 24er-Format; Spanien besiegte im Finale am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion England mit 2:1 und gewann damit seinen vierten EM-Titel. Deutschland gewann zuletzt 1996, hat insgesamt drei Titel (1972, 1980, 1996). Rekordtorschütze der EM-Geschichte ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Wer sich an der EM 2024 als Maßstab für die EM 2028 orientiert, sollte beachten, dass Spanien mit vier Titeln jetzt alleiniger Rekordsieger ist und dass Torschützenkönigstitel 2024 an sechs Spieler mit je drei Treffern gingen – die Torschützenkönig-Quote der nächsten EM wird also nicht zugunsten eines klaren Spitzenreiters tendieren.

Anbietervergleich: lizenzierte EM-Buchmacher in Deutschland

Die folgende Tabelle vergleicht zehn Anbieter mit deutscher Sportwetten-Erlaubnis nach Whitelist-Status, Erlaubnisdatum und Sportprofil. Alle zehn sind im Stand 02.10.2026 auf der Whitelist der GGL verzeichnet; die Reihenfolge folgt nicht der Quotenqualität, sondern dem Alphabet. Wer einen konkreten Anbieter sucht, findet hier die Lizenzdaten und – soweit angegeben – das Sportportfolio.

Anbieter Whitelist-Status Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit
Betano Whitelist (GGL) Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
Betway Whitelist (GGL) Betway Limited 09.03.2021
bwin Whitelist (GGL) bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
DAZN Bet Whitelist (GGL) DZBT Operations Limited 22.08.2023
NEO.bet Whitelist (GGL) Greenvest Betting Limited 09.10.2020
bpremium Whitelist (GGL) Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
bet365 Whitelist (GGL) Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
bet-at-home Whitelist (GGL) Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Winamax Whitelist (GGL) WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
Bet3000 Whitelist (GGL) I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026

Bemerkenswert an dieser Tabelle sind nicht die Unterschiede zwischen den „Platzhirschen“ – die sind Lizenzinhaber im Vollsortiment – sondern die drei kleineren Profile. DAZN Bet ist mit der ersten Erlaubnis vom 22.08.2023 der jüngste Neueinsteiger und wirbt mit dem Sportrechte-Erbe des Streaming-Dienstes, auf dessen Plattform die Liveübertragung der EM läuft. Bet3000 folgt mit Erstdatum 22.04.2026 als Wettbüro-Marke, deren Lizenz erst in diesem Jahr erteilt wurde und die im Vergleich zu den anderen Einträgen keine Folgeerlaubnis aus 2022/2023 vorweisen kann – was nichts über die Qualität sagt, aber den Lizenzlauf verkürzt dokumentiert. Winamax wiederum ist als französischer Anbieter mit einer Quote-Studie von Odoxa (2.967 Spiele zwischen April und August 2025) in die Werbung gegangen, in der Winamax bei 45 Prozent der untersuchten Quoten vorne lag – eine Selbstauskunft, die als Marketing-Indiz, nicht als unabhängiger Beleg zu lesen ist.

Die übrigen sieben Marken – Betano, Betway, bwin, NEO.bet, bpremium, bet365 und bet-at-home – tragen alle die erste Erlaubnis aus dem Eröffnungsjahr 2020 und eine Folgeerlaubnis aus dem Dezember 2022. Sie sind seit dem Beginn der deutschen Regulierung mit dabei und bringen jeweils ausführliche Sportwettenprogramme mit. Welche EM-Märkte im Einzelnen gelistet werden – Handicap auf das Eröffnungsspiel Cardiff–Gegner, Gruppensieger Deutschland, Torschützenkönig Spanien – hängt vom Anbieter ab und lässt sich erst kurz vor dem Anpfiff vergleichen.

Betano

Betano gehört zu den wenigen Anbietern, die ihre Sportwetten-App aktiv in den Apple App Store tragen. Die Beschreibung der App „Betano Sportwetten und Slots“ nennt einen Bet Builder, mit dem sich mehrere Märkte eines Spiels kombinieren lassen, einen Cashout und Live-Streams unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Lizenzrechtlich gehört Betano zur Betkick Sportsbetting Limited, die seit dem 19.02.2021 eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis hält und am 16.12.2022 die Folgeerlaubnis bekam.

Für eine EM-Wette zählt das Sportprofil: Betano überträgt im Livebereich einen Teil der internationalen Top-Ligen, nicht aber zwingend die deutschen Public-Sendungen. Wer darauf wettet, dass ein deutscher Stürmer Torschützenkönig wird, kann den Cashout nutzen, wenn die Quote während des Spiels sinkt – aber das ist eine Kundenwette auf das eigene Disziplinverhalten, nicht auf den Cashout als Sicherheitsnetz. Wertung: für Spielende, die Live-Streams und Cashout schätzen und das Wettprogramm von Betkick als vollständig genug empfinden, eine solide Whitelist-Adresse.

Betway

Betway trägt seine Sportwetten-App ebenfalls im Apple App Store und bewirbt darin den Cashout mit einem grünen Symbol unter „Meine Wetten“. Der Wert der offenen Wette wird angezeigt, ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil davon. Zusätzlich bietet Betway einen Wettkonfigurator für Fußballspiele, dessen „Konfigurator+“ Auswahlen aus verschiedenen Partien zu einer kombinierten Wette zusammenfasst. Lizenzinhaber ist die Betway Limited mit der ersten deutschen Erlaubnis seit dem 09.03.2021, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.

Der Konfigurator+ unterscheidet sich von einer klassischen Kombiwette darin, dass er ein vorgefertigtes Set aus Auswahlen liefert, oft mit einem Quotenboost. Diese Boosts sind marketingtechnisch oft kostenlose Quotenaufwertungen mit einer niedrigen Obergrenze – der Nutzen für eine ernsthafte Mehrfachwette ist begrenzt. Für die EM 2028 ist Betway mit Live-Streams und Konfigurator ausgestattet; die Marge der Einzelmärkte hängt vom konkreten Spiel ab und ist nicht aus der App-Beschreibung abzuleiten. Wertung: für Spielende mit Interesse an Konfigurator-Funktionen und Teilauszahlung beim Cashout eine gut sortierte Adresse.

bwin

bwin gehört zur bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, und ist seit dem 09.10.2020 auf der Whitelist, mit Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Die Marke gehört zu den historisch größten Sportwettenanbietern in Europa und führt das Wettprogramm in Deutschland weiter unter dem .de-Domain. Welche EM-Märkte bwin in welcher Tiefe listet, ist eine Frage des Wettprogramms zum jeweiligen Zeitpunkt – die Whitelist bescheinigt nur die Erlaubnis, nicht die Angebotsqualität.

bwin trägt in der öffentlichen Wahrnehmung den Markennamen und die Sportrechte-Pakete, die von der Konzernmutter kommen; im Live-Bereich ist das Angebot in der Regel umfassend, im EM-Kontext bedeutet das Livewetten auf das nächste Tor während des Spiels (in Deutschland erlaubt) und auf das Endergebnis, mehr nicht. Wertung: wer einen etablierten Anbieter mit Livewetten auf internationale Top-Ligen sucht, ist hier richtig; wer Differenzierung über das Marketing sucht, sollte das Wettprogramm für die konkrete EM-Partie vergleichen.

DAZN Bet

DAZN Bet wird von der DZBT Operations Limited veranstaltet, mit Sitz in Zebbug, Malta. Die Sportwetten-Erlaubnis wurde am 22.08.2023 erstmals erteilt – das ist mit deutlichem Abstand die jüngste Ersterlaubnis in dieser Liste. DAZN als Streaming-Anbieter für Sportrechte bringt eine Schnittstelle zwischen Übertragung und Wette mit, die andere Anbieter so nicht bieten: Wer ein EM-Spiel auf DAZN schaut, hat den DAZN-Bet-Wettschein in der gleichen App-Umgebung und kann ohne Plattformwechsel wetten. Die Lizenz ist deutsch, der Anbieter fällt unter die übliche GGL-Aufsicht.

Diese Schnittstelle ist zugleich Stärke und Risiko: Sie macht das Wetten bequemer, was verspielungstechnisch nicht neutral ist. Das 1.000-€-Default-Limit, die OASIS-Anbindung und der Panikbutton gelten auch hier – wer die Bequemlichkeit mit Selbstdisziplin ausgleichen kann, profitiert. Wertung: für Spielende mit DAZN-Abo, die im selben Ökosystem wetten wollen, eine überzeugende Whitelist-Adresse; vom Wettprogramm her eher schmaler als die Platzhirsche, aber solide.

NEO.bet

NEO.bet wird von der Greenvest Betting Limited veranstaltet, mit Ersterlaubnis vom 09.10.2020 und Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Der Anbieter tritt im deutschen Markt seit dem Start der Regulierung auf und führt im Wettprogramm die üblichen Fußball- und Sportartenmärkte. Welche EM-Spezialmärkte gelistet werden, ist dem Wettprogramm zur jeweiligen Partie zu entnehmen.

NEO.bet hat kein erkennbares Spezialthema im Marketing – weder Live-Streaming noch einen Sportarten-Fokus – und tritt eher als Vollsortimenter auf. Wertung: für Spielende, die ein vollständiges Fußballprogramm auf einer Whitelist-Adresse suchen und keine besonderen Features brauchen, eine unauffällige Alternative.

bpremium

bpremium wird von der Ladbrokes (Deutschland) Limited veranstaltet, mit Sitz in Gzira, Malta. Der Nutzungsbedingungen-Fassung vom 03.04.2023 ist die Registernummer C92799 zu entnehmen. Die Ersterlaubnis datiert auf den 09.10.2020, die Folgeerlaubnis auf den 21.12.2022. bpremium tritt im deutschen Markt als Vollsortimenter mit Ladbrokes-Hintergrund auf.

Was die Marke gegenüber bwin, bet365 und Co. abhebt, ist vor allem das schmalere Marketingprofil: kein aggressiver Bonus, kein großes Streaming-Versprechen. Wertung: für Spielende mit Fokus auf klassische Fußballmärkte und ohne Streaming-Bedarf eine ausreichende Whitelist-Adresse ohne den Marketing-Aufdruck anderer Marken.

bet365

bet365 wird in Deutschland von der Hillside (Europe) ENC veranstaltet, mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta. Ersterlaubnis seit dem 09.10.2020, Folgeerlaubnis seit dem 27.12.2022. bet365 gehört international zu den volumenstärksten Anbietern und führt in der deutschen Wahrnehmung das Wettprogramm sowohl im vorzeitigen Bereich als auch im Live-Bereich. Über die genauen Live-Streams und Sondermärkte während einer EM entscheidet das Wettprogramm zur jeweiligen Partie.

bet365 ist auch jenseits des Fußballs breit aufgestellt – Tennis, Basketball, Eishockey – und gehört zu den Anbietern, die auch in der englischen Woche der Bundesliga Tiefe zeigen. Wertung: für Spielende, die Vollsortiment mit EM-Tiefe wollen, eine naheliegende Whitelist-Adresse, deren Cashout-Regeln und Live-Angebot im Einzelfall zu prüfen sind.

bet-at-home

bet-at-home wird von der Bet-at-home.com Internet Limited veranstaltet. Ersterlaubnis seit dem 02.11.2020, Folgeerlaubnis seit dem 22.12.2022, Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele zusätzlich seit dem 28.12.2022. Die Marke ist seit den frühen 2000er Jahren im deutschsprachigen Markt bekannt und gehört zu den Anbietern, die mit einem eher schlichten Wettprogramm auftreten.

Die deutsche Erlaubnis ist gegeben, das Sportprofil auf Fußball fokussiert, der Live-Bereich nicht das primäre Differenzierungsmerkmal. Wertung: für klassische Fußballwetter ohne Streaming- und Konfigurator-Bedarf eine ruhige Whitelist-Adresse.

Winamax

Winamax wird von der WINAMAX (Société anonyme) veranstaltet, mit Sitz in Paris und deutscher Lizenz seit dem 29.06.2021, Folgeerlaubnis vom 08.12.2022. Winamax ist in Deutschland weniger stark verbreitet als im französischen Heimatmarkt und bewirbt das eigene Angebot mit dem Slogan „0 % Wettsteuer und die besten Quoten“. Diese Selbstauskunft verweist auf eine Odoxa-Studie zu 2.967 Spielen aus Fußball, Tennis und Handball zwischen dem 01.04.2025 und dem 30.08.2025, nach der Winamax bei 45 Prozent der untersuchten Quoten auf Platz eins lag.

Winamax bietet zusätzlich Live-Streams über „Winamax TV“ an, unter anderem von LaLiga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, allen vier Grand-Slam-Turnieren, allen ATP- und WTA-Turnieren sowie NBA und NFL. Wertung: für Spielende, die ein europäisches Vollsortiment mit Tennis- und Basketballschwerpunkt suchen und die Übernahme der Wettsteuer honorieren, eine interessante Whitelist-Adresse mit klarer Marketingpositionierung.

Bet3000

Bet3000 wird von der I.B.C. Sportsbetting Limited veranstaltet, mit Sitz in Sliema, Malta. Ersterlaubnis am 22.04.2026 – damit ist Bet3000 der einzige Eintrag in dieser Liste, dessen Erlaubnis aus dem Jahr 2026 stammt. Eine zweite Erlaubnis oder Folgeerlaubnis ist nicht eingetragen. Bet3000 tritt im deutschen Markt als Wettbüro-Marke auf, die ihren Schwerpunkt auf klassische Fußball- und Livewetten legt.

Das Profil ähnelt im Marketing NEO.bet und bet-at-home: kein großes Streaming-Versprechen, kein Konfigurator. Wertung: für klassische Fußballwetter, denen das Wettbüro-Erbe wichtig ist und die mit Whitelist-Status aus 2026 leben können, eine solide Adresse – die junge Lizenz bedeutet im Umkehrschluss aber auch kürzere Historie unter deutscher Aufsicht.

Welche Anbieter in Deutschland eine Sportwetten-Erlaubnis haben

Die einzige Quelle, die belastbar Auskunft über die Erlaubnis eines Sportwetten-Anbieters in Deutschland gibt, ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale). Sie wird nach § 9 Abs. 8 GlüStV geführt und listet ausschließlich Anbieter mit deutschem Erlaubnisbescheid. Eine .de-Domain allein beweist nichts – Domains lassen sich registrieren, ohne dass eine Erlaubnis besteht. Auch eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ist in Deutschland ohne Belang: Sie berechtigt den Anbieter nicht, in Deutschland Sportwetten zu vermitteln, und der GGL fehlt die Handhabe, im Ausland sitzende Anbieter zu beaufsichtigen.

Whitelist-Prüfung in drei Schritten: erstens Domain auf der Liste in der Spalte „URL“ mit dem Anbieter-Namen in der Spalte „Veranstalter“; zweitens Erlaubnisart in der Spalte „Erlaubnisart“ mit dem Eintrag „Sportwetten“; drittens der Hinweis „Stand“ mit dem Datum des Listen-Snapshots. Stand 02.10.2026 listet die Whitelist 30 Einträge, davon 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) sowie drei reine Pferdewetten-Inhaber. Eine Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre, die Whitelist zeigt aber ausschließlich das Ausstellungsdatum, kein Enddatum.

Wer bei einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag wettet, hat keinen Zugriff auf die deutsche Spielersperre OASIS, auf das übergreifende Einzahlungslimit aus LUGAS und auf die deutsche Streitbeilegung über die GGL oder deutsche Gerichte. Ausländische Lizenzen sind im Inland rechtlich unerheblich (§ 4 Abs. 1 GlüStV verbietet das Veranstalten und Vermitteln ohne Erlaubnis), und wer als Spielender über die Folgen einer Insolvenz des Anbieters nachdenkt, sieht sich auf das jeweilige Auslandsrecht verwiesen.

Rechtslage für EM-Wetten in Deutschland

Das Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), seit dem 01.07.2021 in Kraft, regelt die Sportwetten in Deutschland. Die GGL erteilt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV), überwacht die Anbieter und kann Bußgelder verhängen (§ 28a). Die Wettsteuer ist Sache des Finanzamts, nicht der GGL.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Zahlenreihen liegt neben einem Bleistift und einem Smartphone mit dunklem Display auf einem Tisch.
Die Fußball-Europameisterschaft 2024 fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland mit 24 Mannschaften statt, insgesamt waren es 51 Spiele.

Erlaubte Wettarten: feste Quote auf das Ergebnis eines Sportereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Ereignisse innerhalb des Spiels (§ 21 Abs. 1). Nur Wettarten, die im genehmigten Wettprogramm des Anbieters stehen (§ 21 Abs. 5). Verboten sind Wetten auf Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren (in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als „überwiegend Amateure“), manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht erlaubt. E-Sports ist nach GGL-Auslegung kein Sport im Sinne des GlüStV – auf League-of-Legends-Turniere oder CS-Matches darf in Deutschland nicht gewettet werden.

Livewetten (§ 21 Abs. 4): während eines laufenden Spiels nur auf das Endergebnis oder auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor (Fußball), den nächsten Satz (Tennis) – nicht auf das nächste Ass im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball, weil diese zu häufig eintreten. Wetten werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt.

Steuer: Wettsteuer nach §§ 16–25 RennwLottG, 5,3 Prozent auf die Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18 RennwLottG), was rechnerisch etwa 5,03 Prozent des eingesetzten Betrags ergibt. Die Steuer schuldet der Veranstalter, nicht der Spielende (§ 19 RennwLottG). Ob und wie der Anbieter sie an die Spielenden weitergibt, ist eine unternehmerische Entscheidung – in den Bedingungen jedes Anbieters anders geregelt. Die Steuer fällt auch bei unlizenzierten Anbietern an; wer Wettsteuer zahlt, ist nicht automatisch im Besitz einer deutschen Erlaubnis.

Werbung: nur Erlaubnisinhaber dürfen Sportwetten bewerben (§ 5 Abs. 7 GlüStV). Ein Werbeverbot von 06:00–21:00 Uhr gilt ausdrücklich für Spielautomaten, Online-Poker und Online-Casinospiele – nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gelten Sonderregeln: keine Werbung unmittelbar vor oder während der Liveübertragung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3 und 6). Boni kennt das GlüStV nicht als eigenen Regelungspunkt; Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den AGB jedes Anbieters.

Strafrechtlich: Wer ohne Erlaubnis Sportwetten in Deutschland veranstaltet, kann nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe rechnen, wer dafür wirbt, mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bewehrt – in der Praxis wird das nicht gegen einzelne Spielende verfolgt. Was bleibt, ist die zivilrechtliche Rückforderung: Mehrere deutsche Gerichte haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat die Frage, ob das mit EU-Dienstleistungsfreiheit vereinbar ist, dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt (Az. I ZR 90/23, Vorlage vom 25.07.2024); die Schlussanträge des Generalanwalts Nicholas Emiliou vom 19.03.2026 in der Rechtssache C-530/24 halten eine Rückzahlungspflicht grundsätzlich für möglich. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wettet, hat also kein gesichertes Recht auf Rückzahlung.

Spielerschutz: Einzahlungslimit, OASIS und die Pflicht zur Verifizierung

Das GlüStV 2021 hat das Spielerschutz-Regime in Deutschland vereinheitlicht. Drei Bausteine entscheiden, was beim Wetten passiert: das übergreifende Einzahlungslimit, die Sperrdatei OASIS und die Pflicht zur Verifizierung vor der ersten Auszahlung.

Teilnahme erst ab 18 Jahren (§ 4 Abs. 3). Vor der ersten Auszahlung muss der Anbieter den Spielenden vollständig verifizieren (§ 6a) – ein Konto pro Anbieter, mit Ausweiskontrolle und Adressabgleich. Vor der Verifizierung darf maximal 72 Stunden lang mit einem Einzahlungslimit von 100 Euro und ohne Auszahlung gespielt werden.

Das übergreifende Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg (§ 6c Abs. 1), durchgesetzt über die Limitdatei LUGAS. Ein Anbieter darf für einzelne Spielende ein höheres Limit setzen – bis zu 10.000 Euro oder bis zu 30.000 Euro für höchstens 1 Prozent seiner aktiven Kundinnen und Kunden –, aber nur gegen einen nachprüfbaren Einkommens- oder Vermögensnachweis. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Heraufsetzung greift erst nach sieben Tagen, eine Herabsetzung sofort.

OASIS (§§ 8, 8a) ist die bundesweite Sperrdatei, die jeder Anbieter bei Registrierung und Login abfragt. Wer sich selbst sperrt, gibt eine Frist vor: mindestens drei Monate bei Fristangabe, ansonsten mindestens ein Jahr. Eine fremdveranlasste Sperre – etwa durch Angehörige – ist ebenfalls möglich. Der Panikbutton (§ 6i Abs. 3) löst eine 24-stündige Sperre aus, die der Spielende selbst wieder aufheben kann.

Parallel-Spielverbot: Ein Spielender darf nicht bei mehreren Anbietern parallel spielen (§ 6h). Das Aktivitätsdatei genannte Modul verhindert die gleichzeitige aktive Wettteilnahme; ein Wechsel ist möglich.

Zahlungen (§ 6b Abs. 4): nur von einem Konto auf den Namen des Spielenden bei einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen – was den Mechanismus abbildet, mit dem Krypto-Wallets und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten Markt herausgehalten werden. Welche konkreten Zahlungsmittel ein Anbieter akzeptiert, ist dessen AGB zu entnehmen. Spielerguthaben liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben binnen fünf Werktagen gebührenfrei ausgezahlt (§ 6b Abs. 6–7).

Hilfe bei problematischem Wettverhalten: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mit der telefonischen und Online-Beratung, anonyme Erstberatung kostenlos. Die Anbieter selbst verweisen in ihren AGB auf diese Stellen, eine eigene Therapie wird von ihnen nicht angeboten.

Offshore bleibt außen vor: Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen, ihre Limits liegen höher (oft 5.000 Euro und mehr pro Transaktion), eine deutsche Schiedsstelle gibt es nicht. Wer dort wettet, gibt den deutschen Spielerschutzrahmen auf.

Bonus, Gratiswette und was EM-Aktionen wirklich kosten

EM-Saisons sind traditionsgemäß der Termin, an dem Anbieter mit großen Boni werben – „100 Prozent bis 100 Euro“, „Gratiswette zur Eröffnung“, „Boosts auf jedes Gruppenspiel“. Diese Angebote sind an Bedingungen geknüpft, die in den AGB stehen; ohne sie lässt sich nicht beurteilen, was eine Aktion tatsächlich wert ist.

Drei Kennzahlen entscheiden den Wert einer EM-Aktion:

Erstens die Umsatzanforderung. Wer einen 100-Euro-Bonus bekommt, muss ihn typischerweise 5- bis 10-mal zu einer Mindestquote umsetzen, bevor eine Auszahlung möglich ist. Bei 5-facher Umsetzung sind 500 Euro Einsatz nötig, bei 10-facher 1.000 Euro. Welche Märkte zählen – nur Fußball, nur Einzelwetten, keine Livewetten – steht in den AGB.

Zweitens die Mindestquote. Liegt sie bei 1,50 oder 1,80, schränkt das die nutzbaren Märkte deutlich ein; Kombiwetten mit niedrigeren Einzelquoten erfüllen die Bedingung nicht.

Drittens die Frist. Eine 30-Tage-Frist für den Umsatz ist moderat, eine 7-Tage-Frist eng. Wer das Angebot am Eröffnungswochenende annimmt und nicht innerhalb der Woche umsetzt, verliert den Bonus.

Die Gratiswette hat einen eingebauten Haken: Der Einsatz wird bei einer verlorenen Wette nicht erstattet, eine gewonnene Gratiswette wird nur mit dem Reingewinn ausgezahlt. Eine 10-Euro-Gratiswette auf Quote 5,00 bringt 40 Euro Reingewinn – nicht 50, weil der 10-Euro-Einsatz fehlt. Was die Gratiswette wert ist, hängt von der Quote und der Auszahlungsquote des Marktes ab. Auf einem Markt mit 95 Prozent Auszahlung ist die Gratiswette auf Quote 5,00 etwa 38 Euro wert (10 × 4,00 ÷ 5,00 × 0,95), auf Quote 10,00 etwa 34 Euro, auf Quote 2,00 etwa 9,50 Euro.

Wer mehrere Anbieter parallel nutzt, sieht im Werbe-Vergleich schnell dasselbe Bild: ein hoher Bonus-Betrag, der an Bedingungen hängt, die ihn kleinrechnen. Die Versprechen „risikofrei“ und „gratis“ sind Marketing-Wortlaute, kein Vertragsinhalt.

Wett-Apps: was die mobile Wette auf die EM bedeutet

Lizensierte Anbieter bieten ihre Sportwetten-App parallel zur Webseite an; die Quoten, Märkte und Limits sind dieselben. Die App übernimmt die Anmelde-Pflicht (§ 6a), die Limitdatei LUGAS und die OASIS-Abfrage – das, was die Webseite leistet, leistet die App ebenfalls. Eine App eines nicht lizenzierten Anbieters greift nicht in OASIS und LUGAS ein, was bei einer selbst auferlegten Sperre Lücken öffnet.

Bei der Bedienung unterscheiden sich die Apps vor allem in drei Punkten: Wettschein-Erstellung (Anzahl der Klicks bis zur Bestätigung), Livewetten-Latenz (Sekunden zwischen Ereignis und Quote) und Cashout-Reaktionszeit (Sekunden zwischen Anforderung und Annahme). Wer überwiegend mobil wettet, sollte diese drei Punkte vor der ersten Wette prüfen, nicht erst nach einer Panne unter Druck.

Push-Benachrichtigungen gehören zum Marketing-Standard: Tore, Quoten-Boosts, Aktionen zur Halbzeit. Sie sind abschaltbar, das Abschalten ist in jeder seriösen App möglich. Wer den Handy-Sperrbildschirm zum EM-Spiel mit Tormeldungen verfolgt, sollte sich Gedanken über das parallele Konsumieren von Live-Streams und Quoten machen – die Bequemlichkeit ist hoch, das Reflexionsfenster klein.

Im Zweifel gilt: Wer bei einem lizenzierten Anbieter wettet, schaltet mit der App auch die Compliance mit. Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis wettet, hat diese Absicherung nicht – egal, ob die Web-App oder die native App genutzt wird.

Rechenbeispiel: Marge und Auszahlungsquote an einem 1X2-Markt

Wer den Mechanismus einmal nüchtern nachrechnen will, nimmt einen Drei-Wege-Markt und rechnet die Kehrwerte der Quoten zusammen. Die folgende Beispielrechnung mit den Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60 ist eine Illustration, keine Übernahme eines Live-Preises.

Schritt Rechnung Wert
Kehrwert Heimsieg 1 / 2,10 0,4762
Kehrwert Unentschieden 1 / 3,40 0,2941
Kehrwert Auswärtssieg 1 / 3,60 0,2778
Summe der Kehrwerte 0,4762 + 0,2941 + 0,2778 1,0481
Auszahlungsquote 1 / 1,0481 95,4 %
Marge 100 % − 95,4 % 4,6 %

Eine Marge von 4,6 Prozent liegt am unteren Rand dessen, was seriöse Anbieter auf europäischen Top-Märkten aufrufen. Wer in dem oben gerechneten Markt 100 Euro setzt – auf alle drei Ergebnisse verteilt –, bekommt im statistischen Mittel 95,40 Euro zurück; die 4,60 Euro sind der Hausvorteil.

Dieselbe Rechnung an einem Langzeitmarkt mit 24 Ausgängen und ähnlichem Quotenbild (zwischen 5,00 und 25,00) ergibt deutlich höhere Margen, oft 8 bis 12 Prozent. Wer auf den Turniersieger wettet, akzeptiert einen höheren Hausvorteil als bei einem einzelnen Gruppenspiel.

Was eine Wettquote über die implizite Wahrscheinlichkeit verrät

Eine Quote von 5,00 entspricht rechnerisch einer impliziten Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent – gerechnet ohne Marge. Mit Marge verschiebt sich die Wahrscheinlichkeit, weil die Summe der Kehrwerte über 100 Prozent liegt. Eine faire Wette, die den Markt „schlägt“, setzt auf eine Mannschaft, deren tatsächliche Gewinnchance höher ist als die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote. Ob das stimmt, weiß niemand vor dem Ereignis – die Differenz ist nur buchbar, wenn sie tatsächlich existiert.

Eine beliebte Falle ist die Favoritenwette: Wer auf den klaren Favoriten mit Quote 1,40 setzt, gewinnt in etwa 70 Prozent der Fälle, verliert in 30 Prozent. Der Reingewinn pro 100 gewetteter Euro liegt bei 40 Euro, der Verlust bei vollen 100 Euro. Über 100 Wetten mit konstanter Quote 1,40 liegt der durchschnittliche Verlust bei der Marge (rund 4 bis 5 Prozent), der durchschnittliche Gewinn pro Tipp bei 40 Euro minus Marge. Die Mischrechnung gewinnt nur, wenn die Trefferquote über 71 Prozent liegt – und kein Modell kann das seriös prognostizieren.

EM 2024, EM 2028: was die letzte Ausgabe über die nächste verrät

Spanien gewann die EM 2024 im Finale am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion mit 2:1 gegen England, insgesamt der vierte EM-Titel für Spanien. Deutschland schied im Viertelfinale aus, ohne dass die deutsche Mannschaft das Turnier prägte. Sechs Spieler erzielten je drei Tore: Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz – sechs Torschützenkönige mit identischer Trefferzahl, was die Quote auf einen alleinigen Torschützenkönig für die nächste EM vorsichtig stimmen sollte: Eine Quote unter 6,00 auf den Torschützenkönig wäre über die Historie betrachtet riskant.

Insgesamt sahen 2.681.288 Zuschauer die 51 Spiele der EM 2024. Die nächste Auflage spielt über fünf Wochen verteilt in Großbritannien und Irland, mit ähnlichem Modus (24 Mannschaften, sechs Vierergruppen, K.-o.-Phase ab Achtelfinale). Wer bei einer Buchmacherei auf den Turniersieger anlegt, sollte die Geographie bedenken: Heimvorteil ist bei großen Turnieren empirisch messbar, England spielt 2028 vor heimischem Publikum, Irland und Wales haben Heimspiele, Schottland ebenfalls.

Die Auslosung der Qualifikationsgruppen am 6. Dezember 2026 in Belfast setzt den Punkt, ab dem die Langzeitmärkte für die EM 2028 an Tiefe gewinnen: Vorher stehen nur die „großen“ Favoriten auf dem Markt, danach kommen die Gruppen-Quoten, die Töpfe und die Gegner hinzu.

Häufige Fragen

Findet in diesem Jahr eine Fußball-Europameisterschaft statt und wann ist die nächste?

In diesem Jahr findet keine Fußball-Europameisterschaft statt. Die nächste EM wird vom 9. Juni bis zum 9. Juli 2028 in England, Schottland, Wales und Irland ausgetragen, das Eröffnungsspiel steigt am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion in London. Die letzte Ausgabe war die EM 2024 in Deutschland vom 14. Juni bis 14. Juli 2024.

Wo wird die EM 2028 ausgetragen und wie ist der Turnierplan aufgebaut?

Die EM 2028 spielt über fünf Wochen verteilt in England, Schottland, Wales und Irland mit 24 Mannschaften in sechs Vierergruppen. Nach der Vorrunde folgt das Achtelfinale (24.–27. Juni), das Viertelfinale (30. Juni und 1. Juli), die Halbfinalspiele (4. und 5. Juli) und das Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Ein Spiel um Platz drei wird nicht ausgetragen.

Wie lassen sich Langzeitquoten auf den Europameister lesen?

Eine Quote auf den Turniersieger enthält die Marge des Anbieters und damit immer einen implizit überhöhten Hausvorteil, oft 8 bis 12 Prozent. Aus der Quote allein lässt sich eine ungefähre Wahrscheinlichkeit ableiten, der Wert einer Wette hängt davon ab, ob die tatsächliche Siegchance der Mannschaft diese übersteigt. Erst nach Turnierende lässt sich seriös sagen, ob die Quote richtig lag.

Wer gewann die EM 2024 und was lässt sich daraus für Favoritenquoten ableiten?

Spanien gewann das Finale am 14. Juli 2024 im Berliner Olympiastadion mit 2:1 gegen England und feierte den vierten EM-Titel. Sechs Spieler erzielten je drei Tore, ein alleiniger Torschützenkönig wurde nicht gekürt. Wer aus dem EM-2024-Ausgang auf eine klare Favoritenstruktur für 2028 schließt, übersieht, dass die Auslosung und der Heimvorteil die Quoten maßgeblich verschieben.

Welche Livewetten sind bei Turnierspielen in Deutschland erlaubt?

Während eines laufenden Spiels sind in Deutschland nur Wetten auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor (Fußball) oder den nächsten Satz (Tennis) erlaubt. Auf schnelle Ereignisse wie das nächste Ass im Tennis oder den nächsten Korb im Basketball darf nicht gewettet werden, weil sie zu häufig eintreten. E-Sports ist nicht als Sport anerkannt, Livewetten auf esports-Turniere sind in Deutschland unzulässig.

Woran lässt sich erkennen, ob ein Wettanbieter für die EM eine deutsche Erlaubnis hat?

Die einzige belastbare Quelle ist die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale). Eintrag in der Spalte „URL“ mit zugehörigem Veranstalter und der Erlaubnisart „Sportwetten“ – Stand 02.10.2026 listet die Whitelist 27 solcher Inhaber. Eine .de-Domain allein oder eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan begründet keine deutsche Erlaubnis und ist im Inland rechtlich unerheblich.

Inhalt erstellt vom Team «paymentwetteninfo.com»